Erster deutscher Podcast zum Thema Genealogie gestartet

Lange musste man im deutschsprachigen Raum auf einen Podcast zum Thema Genealogie warten, nun ist er gestartet. Timo Krake hatte sich schon vor längerem auf seiner Website mit dem Thema beschäftigt, am 14. April hat er die erste Folge veröffentlicht. Wie sehr man in der Szene auf einen solchen Podcast gewartet hat, läßt sich an den Downloadzahlen erkennen, über die Krake im Blog zum Podcast berichtet.
Neben aktuellen Geschehnissen aus der Genealogie-Szene und Veranstaltungstips gibt es ein Interview mit Felix Grundacker einem Berufsgenealogen und Gründer des Projektes GenTeam.at.
Auf der Site zum Podcast Der Genealoge gibt es Podnotes und weitere Informationen rund um den neuen Podcast. Alles in allem ist die erste Folge sehr gut gelungen, ein paar technische Hakler beim Interview mit Felix Grundacker gehören zu den üblichen Startschwierigkeiten. Von hier aus eine absolute Empfehlung. Ich freue mich schon auf die nächste Folge.

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Für die Reihen „Spur der Ahnen“ (MDR) und „Vorfahren gesucht“ (WDR) gibt es neue Sendetermine für den Januar 2012:

Spur der Ahnen: 11 (Joseph Fröhlich) und 18 Januar 2012 MDR 20:15 Uhr (Karl Stülpner)
Vorfahren gesucht: 20 Januar 2012 WDR 20:15 Uhr (Wolfgang Niedecken)

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Süßholz

Die Herkunft des Nachnamens „Süßholz“ erscheint auf den ersten Blick einfach zu erklären. Vermutlich verweist er auf die gleichnamige Kräuterpflanze, aus der der Grundstoff für Lakritz gewonnen wurde. Daraus könnten sich auch Anhaltspunkte für die Genealogie ergeben. Oft verweist ein Name auf den ausgeübten Beruf, den Wohnort oder den Ort von dem jemand zugewandert war. Sollte einer meiner Vorfahren also an einem Feld gewohnt haben auf dem Süßholz angebaut wurde, oder aus einer Region gekommen sein, in der Süßholzanbau betrieben wurde?
Ich habe zur Klärung ein altes Buch herangezogen, das sich mit dem Vorkommen und Anbau von Pflanzen in Deutschland beschäftigt. Dort steht zu lesen:

Das Süßholz (Glycerrhiza glabra), eine ästige staudenartige Pflanze mit süßlich schmeckender Wurzel, aus der man den Lakritzsaft bereitet, soll in Kleinasien zu Hause und nach Deutschland auf der Handelstraße Venedig-Augsburg gelangt sein. In Ulm betrieb man seine Kultur um 1562. Am berühmtesten war jahrhundertelang der Süßholzbau in der Bamberger Gartenflur. Die älteste bis jetzt bekannte Nachricht darüber stammt aus dem Jahre 1536 und schildert die Kultur der Pflanze als etwas Altgewohntes und längst Eingelebtes. Spätere Autoren des 16. Jahrhunderts sprechen vom Süßholz als einer förmlichen Charakterpflanze Bambergs, weshalb auch ein Stadtplan von 1602 die Vignette dieser Staude trägt. Selbst während des 30 jährigen Krieges lag ihr Anbau nicht brach, wie sich seit 1640 aus Aktenstücken über den Süßholzhandel ergibt. Von den Topographen und Reiseschriftstellern des 18. Jahrhunderts, die von der Bamberger Gegend handeln, vergißt keiner des Süßholzes zu erwähnen. Erst im 19. Jahrhundert begann die Pflanze abzunehmen und ist gegenwärtig auf ein Minimum zurückgegangen.

Quelle: Wimmer J.: Geschichte des deutschen Bodens mit seinen Pflanzen- und Tierleben von der keltisch- römischen Urzeit bis zur Gegenwart. Halle a.S. 1905

Bislang konnte ich nur Verwandte in Uerdingen und der näheren Umgebung Uerdingens ausmachen. Hier wurde offenbar Süßholz weder angebaut noch gehandelt. Und einen Bezug zu den im Text erwähnten Regionen gibt es bislang auch noch nicht. Bislang bin ich allerdings auch noch nicht bis zu den im Text erwähnten Jahren vorgedrungen. Ob die Erforschung bis 1536 überhaupt möglich ist, erscheint mir eher fraglich, da die Quellenlage eine Rückverfolgung vermutlich nicht zuläßt. Das folgende Bild zeigt die Süßholz-Pflanze.

Koeh-207

Quelle: von Franz Eugen Köhler, Köhler’s Medizinal-Pflanzen (List of Koehler Images) [Public domain], durch Wikimedia Commons

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Zufallsfund Süßholz Nr. 8

Offenbar war ein Verwandter an der Beendigung der Separatistenzeit in Uerdingen beteiligt, die nur 11 Tage, vom 29.10.1923 bis zum 9.11.1923, andauerte. In dem Buch „Uerdingen, so wie es war“ findet sich der folgendes Satz:

Als der belgische Kreisdelegierte Wagemanns am 9. November im Rathaus zu einer Besprechung eintraf, stiegen der damalige Stadtsekretär Hermann Krings, Heinrich Süßholz und Jean Kisters vom Rathaus auf das Dach, brachen die Fahnenstange entzwei und warfen sie mit der Fahne zum Markt herab.

Quelle: Jakubowski, E., & Trebels, H. (1986). Uerdingen, so wie es war. Droste Verlag.

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Zufallsfund Süßholz Nr. 7

Mit Datum vom 17.08.1917 habe ich einen weiteren Eintrag in den Verlustlisten des 1. Weltkriegs gefunden:
Süßholz, Heinrich  – 12.10.95 Crefeld  – leicht verwundet.

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Zufallsfund Süßholz Nr. 6

In den Verlustlisten des 1 Weltkriegs (Nr. 539) vom 25.05.1916 konnte ich den Bruder meines Großvaters mit folgenden Eintrag finden:
Infanterie-Regiment Nr. 57.
Süßholz, Josef – Uerdingen – bisher vermißt, in Gefgsch.

Kriegsgefangene 1916 Glasgow

Dazu paßt eine alte Postkarte aus Glasgow, die Josef Süßholz zu dieser Zeit an seinen Bruder sandte.
Ein Vergleich mit einem Bild meines Großvaters, läßt mich vermuten, dass es sich bei Josef Süßholz um die Person links auf dem Bild handelt.

In der Ecke links unten, befindet sich ein Verweis, vermutlich auf den Fotografen aus Glasgow, der dieses Bild angefertigt hat. Eine Information darüber, wie lange Josef Süßholz in Gefangenschaft ausharren mußte, habe ich bislang nicht erhalten.

Trauriger fällt ein weiterer Eintrag, bereits vom 1. November 1914, aus:
Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 83, Kassel, Weimar
Wehrm. Süßholz – bisher verwundet, gestorben.
Hierzu gab es leider keinen Hinweis auf den Vornamen oder Wohnort.

Die Verlustlisten kann man sich, als Mitglied, bei anchestry.de in digitalisierter Form ansehen.

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Zufallsfund Süßholz Nr. 5

134.Stern, Franziska geb. 23.6.1889, Ockershausen ES 1899-1903
135.Stern, Käthchen geb. 4.4.1891, Ockershausen ES 1901-1906
Vater: Jonas, Viehhändler, geb. Ockershausen 22.11.1858, Sohn von Manus Stern und Amalie Lucas. Käthe, verh. Süßholz in Kassel, wird am 9.12.1941 nach Riga deportiert. (Franziska und Käthchen Kusinen von Lina, 138) (s. Testamente und Genealogie)

138.     Stern, Lina oder Lilli     geb. 8.7.1890, Ockershausen ES 1900-03
Vater: Koppel, Handelsmann, geb. 10.1.1841, gest. 1908 Ockershausen, Vetter von Jonas Stern (134/135) Mutter: Amalie geb. Schwalm aus Treysa, gest.25.1.1898. Brüder: Carl, Rechtsanwalt in Düsseldorf, und Leopold. Lilli wohnt beim Tode des Vaters in Wattenscheid. (s. Genealogie) Aus Koppels zweiter Ehe mit Emma Oppenheimer gibt es noch eine Tochter Helene, 6.5.1899.

Quelle: Experiment, Sonderheft November 1992, Elisabethenschule, Marburg/Lahn

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Totenzettel als genealogische Quelle

Totenzettel wurden früher, und werden auch zum Teil heute noch, nach der Totenmesse an die Trauernden verteilt. Zum großen Teil verschwanden sie danach in den Gebetbüchern der Anwesenden. Obwohl sie keine amtlichen Dokumente darstellen sind sie für den Familienforscher von Bedeutung. Neben den Geburts- und Sterbedaten enthalten sie meist auch Daten zu Ehepartnern und Kindern. Es finden sich auch Totenzettel mit Angaben etwa zu Berufen und solche mit Bildern des Verstorbenen.

Totenzettel Friedrich Süßholz

Totenzettel

Das Bild links zeigt einen solchen Totenzettel meines Urgroßvaters Friedrich Süßholz. Ihm kann entnommen werden, dass Friedrich Süßholz am 17.08.1897 um 7:30 Uhr in Uerdingen verstorben ist. Er wurde am 15.01.1858 zu Uerdingen geboren und hat am 11.11.1884 Johanna Eva Stecken geheiratet. Er war Rheinarbeiter. Zum Zeitpunkt des Todes hinterließ er 6 noch unmündige Kinder. Leider sind die Daten nicht immer verläßlich. Sie wiedersprechen zum Teil den Angaben in den amtlichen Dokumenten. So auch in diesem Fall. Tatsächlich hat Friedrich Süßholz am 21.11.1884 geheiratet. Die Recherche der amtlichen Dokumente wird durch vorhandene Totenzettel somit nicht überflüssig. Eine wertvolle Hilfe sind sie aber, zum Beispiel der Suche nach Geschwistern. Dem Totenzettel von Friedrich Süßholz kann ich beispielsweise entnehmen, dass mein Großvater noch fünf Geschwister hatte, da 6 Kinder Friedrich Süßholzens erwähnt wurden, wovon eines mein Großvater gewesen sein muss.
Wer sich intensiver mit Totenzetteln und ihrem Wert als genealogische Quelle beschäftigen möchte, dem sei die Seite des Genwiki zum Thema Totenzettel empfohlen.

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Auf der rechten Seite des Geneal!-Blogs wird von nun an der Newsletter des Vereins für Computergenealogie mit seinen Überschriften zu finden sein. Viel Spass beim stöbern!

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Über den Link auf der rechten Seite können aktuelle Meldungen aus dem Geneal!-Blog zur Familienforschung Süßholz nun auch auf Twitter verfolgt werden.

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